Zitat:

Ein Raum ohne Bücher ist wie ein Körper ohne Seele ... [Cicero]

Mittwoch, 11. Oktober 2017

Neuzugänge

Gestern musste ich Einkaufen fahren, nun war nebenan direkt ein Woolworth und im Woolworth eine Kiste voll reduzierter Bücher. Ich konnte den zarten Rufen der spannenden Seiten und schicken Buchcover einfach nicht widerstehen. Bei nur 2,99€ je Exemplar (bzw. eines hat 3,99€ gekostet) sind es dann auch ein paar mehr geworden. *hüstel*


Kenn ihr schon welche davon und wenn ja, wie fandet ihr sie? Das grüne, zerknautschte Teil da vorne, ist übrigens mein neuer Antistressball. Macht so Spaß das Dings zu kneten, knautschen und ziehen! Und ist eine tolle Übung für meine ledierte Schulter!

Dienstag, 3. Oktober 2017

Lulea und die Schule der gestohlenen Magie von Felizitas Montforts

Titel: Lulea und die Schule der
gestohlenen Magie
Autor: Felizitas Montforts
Reihe: Lulea Bd. 2
Verlag: Wölfchen Verlag
Seiten: 313, Taschenbuch
ISBN: 3-943406-78-4
Bemerkung: 2. erweiterte Auflage

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Rezension: Als Lulea von einem kleinen Ausflug zurück zum Hexenbaum kommt, ist nicht mehr wie es einmal war. Die magische Barriere ist zerstört, der Hexenbaum verwüstet und von ihrer Oma und Mutter fehlen jede Spur. Vom Hexenrat zu ihrer ungeliebten Tante verfrachtet, beschließen Lulea und ihre Freunde schließlich ihr Schicksal in die eigenen Hände und Pfoten zu nehmen und brechen in einer überstürzten Aktion auf ins Unbekannte. Dabei bekommen sie es nicht nur mit jeder Menge neuem Zauber und Schwierigkeiten zu tun, die kommen dabei auch Luleas eigener Vergangenheit einen großen Schritt näher. Das ist jedoch weitaus gefährlicher, als sie gedacht hätte. Zum Glück lauern in den unbekannten Landen nicht nur Gefahren, sondern auch Freunde, wo man sie am wenigstens erwartet!


Auch dieses Mal zieht einem der flüssige Schreibstil der Autorin sofort in das nächste Abenteuer der kleinen Hexe Lulea mit hinein. Neben Schru Schru und Flitze, bekommen wir in Band 2 auch viel mehr von Klecks zu lesen. Dazu gibt es im Laufe der Geschichte sogar noch einen echten Taschendrachen (siehe Cover)! Die sympathische Vielfalt an unterschiedlichen Figuren und vor allem an Charakteren macht das Ganze zu einem einfach liebenswerten Abenteuer, in dem es unsere Hexe dieses Mal quer durchs Hexenreich und weit darüber hinaus verschlägt.

Die Geschichte braucht keinen langen Anlauf, sondern startet gleich mit jeder Menge Aufregung und Sorgen für Lulea und ihre Freunde. Man fiebert mit ihnen mit, leidet und bangt um sie. Als die kleine Truppe dann schließlich in ihr größtes Abenteuer startet wartet eine Herausforderung nach der anderen auf sie. Doch gemeinsam meistern sie alles! Eine sehr schöne Botschaft, die in diesem Buch versteckt ist und dank der Lulea das Prädikat "besonders wertvoll" sicher verdient hat. Trotzdem ist dieser zweite Band schon viel erwachsener, als der erste, der Ton wird ernster und bedrohlicher. Lulea wächst mir ihren kleinen Lesern langsam zum Teenie heran und dementsprechend werden auch andere Themen mit eingebracht.

Die Etappe in der Schule der gestohlenen Magie hätte, meinem Empfinden nach, gerne noch etwas ausführlicher ausfallen dürfen. So hätte die Beziehung zwischen Derius und Lulea etwas stimmiger gewirkt und nicht so überhastet. Außerdem hätte es sicher noch einige Gelegenheit für lustige Momente mit den beiden geboten. Und wer weiß, welche Geheimnisse es in dem alten Gemäuer noch zu finden gegeben hätte. Spannend sind die kleinen Brotkrumen, die die Autorin immer wieder ausstreut, um nach und nach den Schleier um Luleas Vater zu lüften.
Ich bin gespannt, wie die Autorin Luleas Abenteuer im finalen Band weiterspinnt und ob es uns wohl noch einmal zurück an diese Schule führt?!

Fazit: Auch dieses Mal begeistert der kleine rote Lockenkopf wieder auf voller Linie. Die bunt zusammen gewürfelte Gruppe aus ungleichen Freunden, die trotzdem fest zusammenhalten hat eine tolle Vorbildfunktion für jüngere Leser und sorgt bei alten Hasen wie mir für zahlreiche Schmunzler und Fangirl-Anwandlungen! Ich freue mich schon auf Band 3 und bin neugierig, auf die Wandlungen, die unsere kleine Hexe bis zum Finale sicher noch durchmachen wird.

Auch dieser Band wird wieder wunderschön untermalt von den Illustrationen aus Lydia Pollakowski Zeichenfeder, das i-Tüpfelchen zum zauberhaften Lesespaß!

Wertung:

Ihr seid neugierig auf Lulea geworden? Dann lest doch auch noch mein Interview mit Schru Schru und Klecks: »klick«

Sonntag, 10. September 2017

Interview mit Schru Schru und Klecks (aus "Lulea von Felizitas Montforts")


Wie es sich gehört wird das Interview natürlich von einer meiner Vertrauten geführt. Fibi, meine Katze hat die Ehre Schru Schru und Klecks bei uns zu begrüßen und sie bis inkl. Band 2 der Lulea Reihe zu interviewen. Um nicht zu viel vorweg zu nehmen klammern wir Band 3 lieber aus, trotzdem wird hier natürlich ein bissl gespoilert. Also, wenn ihr Band 1 und 2 noch nicht kennt, dann seid gewarnt. =^.^=




Name: Schru Schru, männl. (lebt bei Lulea)
Art: Sperlingskauz
charakterl. Eigenschaften: besserwisserisch, zuverlässig

Name: Klecks, männl. (lebt jetzt bei Lulea, vorher hinter dem Hexenbaum)
Art: Kater (dreifarbig und somit besonders)
charakterl. Eigenschaften: verspielt, treu, neugierig


   
    Fibi: "Herzlich Willkommen hier in meinem Zuhause! Ich hoffe ihr habt gut hierher gefunden!"
    Schru Schru: "Hätte ein gewieser Jemand auf mich gehört, wären wir sicher pünklich angekommen, aber ja wir hatten ansonsten keine Probleme."
    Klecks' Schnurrhaare zittern nervös: "Du weißt ich kann nicht fliegen, wie bitte hätte uns da deine Abkürzung geholfen."
    Fibi: "Ihr seid genau richtig, so konnte ich mir wenigstens noch etwas das Fell zurechtlecken. Nun, ihr gehört innerhalb der Reihe Lulea ja zu den Lieblingscharakteren der meisten. Hättet ihr damit gerechnet?"
    Schru Schru: "Wir beide?" Kichernd zieht er das Köpfchen ein und plustert sich auf.
    Klecks: "Wirklich!" 
    Fibi nickt langsam und wirft Schru Schru einen mahnenden Blick zu: "Ihr beide seid ja nun bereits in Band 1 zu Lulea gestossen und kennt sie sehr gut. Was schätzt ihr an ihr am meisten?
    Schru Schru: "Sie ist ein zuverlässiger Freund und hat ein gutes Herz! Außerdem ist sie eine begabte Nachwuchshexe, auch wenn hin und wieder mal etwas schief geht."
   Klecks: "Das finde ich auch. Äußerlichkeiten sind ihr egal, für Lulea zählen die inneren Werte und sie versucht in allem noch etwas positives zu sehen."
    Fibi: "Ihr habt ja nun einige Abenteuer hinter euch, vor was hattet ihr die größte Angst dabei?"
    Klecks: "Als ich dachte Lula sei etwas passiert, als der Hexenbaum so verwüstet war."
    Schru Schru: "Oh ja, wenn Lulea sich in Gefahr begibt, hab ich jedes Mal das Gefühl vor Schreck in die Mauser zu kommen. Allerdings sind diese ekligen Hexenspinnen auch nicht ohne.", mit einem lauten BRRRR schüttelt er sich und beginnt danach nervös sein Gefieder zu richten.
    Fibi: "Hmm, mein Frauchen mag Spinnen auch nicht besonders und das sind nur normale Spinnen. Macht Spaß die zu jagen und ihr ins Bett zu legen."
    Schru Schru und Klecks schauen sie entgeistert an. Fibi räuspert sich und fährt sich eilig mit der Pfote über's Schnäuzchen.
Fibi: "Nun ja ...! Neben Spannung und Abenteuern gab es sicher auch viele lustige Momente, welche Momente sind euch da besonders im Gedächtnis geblieben?"
    Klecks und Schru Schru wie aus einem Munde: "Lulea im rosa Rüschenkleid!"
    Fibi: "Freundschaft steht bei euch allen klar im Vordergrund, was schätz ihr an euren Gefährten Flitze und Flim Flam am meisten?"
    Schru Schru: "Ihren Mut und Treue. Lulea und auch wir können uns auf sie verlassen. Lulea braucht jede Unterstützung, die sie finden kann."    
    Klecks nickt altklug und fängt an zu schnurren.
    Fibi: "Unsere Zeit ist fast vorüber, nun sagt mir bitte noch, was ihr euch für Band 3 am meisten wünscht?"
    Klecks: "Das ist einfach, Lulea wieder richtig glücklich zu sehen."  
    Schru Schru: "Und wieder ein richtiges Zuhause!"
    Fibi: "Dann sind wir mal gespannt, was sich davon erfüllt. Da bleibt unseren lieben Lesern wohl nur zu Band 3 zu greifen, um zu erfahren, wie es für euch weiter geht! Ich danke euch, dass ihr gekommen seid und euch die Zeit genommen habt meine Fragen zu beantworten! Bis bald!!"

    


Weitere Interviews zu der Lulea-Reihe von Felizitas Montforts finden ihr auf den folgenden Blogs!

Ein Interview mit der Autorin Felizitas Montforts findet ihr:  hier
Protagonisteninterview mit Flitze und Lulea findet ihr:  hier
Ein Charakter-Interview mit Flim Flam gibt es:  hier

Samstag, 9. September 2017

Beiträge zerhaun ...

Hey ihr Lieben mit hat es die letzten Änderungen komplett zerhaun, deshalb fehlen hier je nach dem einige Beiträge dazwischen. Muss erst alles durschaun und die fehlenden erneut online stellen. Meldet euch, falls euch etwas auffällt. DANKE!

 Die Rezi zu Kater Socke Bd. 2 ist bald wieder online!

Sonntag, 21. Mai 2017

Lebenszeichen 2017

Hey ihr Lieben, irgendwie will es bei mir gesundheitlich einfach nicht wie ich es gerne hätte (lag längere Zeit im Krankenhaus). Da ich aber trotzdem einige neue Bücher vorzuweisen habe, dachte ich, das wäre doch mal ein schöner neuer Post. Einen Teil davon habe ich auch bereits gelesen. Sind sozusagen die Schätzchen der letzten acht Monate!


Nightmares hatte ich ja bereits als gekürztes Hörbuch, wollte es aber vorher doch lieber mal im Ganzen lesen! Sind so ziemlich die neusten Bücher, die da oben! Welche davon kennt ihr schon?


Leider musste ich wieder einmal feststellen, dass eine Reihe nicht weiter auf Deutsch veröffentlicht wird. Dabei ist die Reihe um M.J. Holliday wirklich witzig, spritzig und mit einer schönen Prise Geisterjagd!


Den anderen Band von Bartimäus hatte ich ja bereits seit einer Weile, jetzt kann ich bald mit Lesen anfangen! ;)


Schön bunt gemischt!


Wer von euch liest hier auch so gerne Lockwood!

Und dann wären da noch ein paar e-Books! Wie mir gerade auffällt alles englische Romane! Jemand hier, dem eines der Bücher etwas sagt? Von Darynda Jones' Reihe gab es die ersten beiden Bände ja auch auf Deutsch, auch hier ging es leider nicht weiter mit der dt. Veröffentlichung.


Zum Vergrößern KLICKEN!

Und jetzt sage ich dann mal bis bald, bis zur (hoffentlich) nächsten Rezi! :D

Mittwoch, 25. Mai 2016

Der Besucher von Sarah Waters

Titel: Der Besucher
Autor: Sarah Waters
Verlag: Bastei Lübbe
Seiten: 573, Taschenbuch
ISBN: 3-404-16767-8

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Rezension: Als Dr. Faraday als Arzt auf das Anwesen Hundreds Hall gerufen wird, ist dies der Beginn einer Verkettung unglücklicher Umstände. Nach und nach scheint sich das Herrenhaus jedes Familienmitglied der Ayres einzuverleiben, als würde eine dunkle Macht über dem langsam verfallenden Anwesen liegen und sie nach und nach in den Wahnsinn treiben. So trifft es zuerst lediglich den Sohn des Hauses, der schwer verletzte an Körper und Geist vom Krieg zurück gekehrt und mit dem Verwalten des Anwesen überfordert ist. Danach scheint die Mutter von ihrer verstorbenen Tochter heimgesucht zu werden und dann klangheimlich trifft es auch Caroline, die verliebene Tochter der Ayres! Doch alles beginnt mit ein paar harmlosen Andeutungen der Angestellten Betty, die sich gruselt und der plötzlichen Wesensveränderung des Hundes der Ayres, welcher ein junges Mädchen schwer verletzt. Als würde sich ein Schatten über die Familie legen, der nicht mehr weichen will, geht es von da an nur noch bergab. Die ganze Zeit über begleitet Dr. Faraday die Familie, als Freund und bald für Caroline auch mehr. Doch auch er kann das Schicksal der Familie nicht zum Guten kehren …

Dieser Roman sorgte in England für reichlich Furore und wurde mit Lob und Preisen überschüttet. Ich mag Sarah Waters Romane und hab mich natürlich von dem vollmundigen Versprechen eines Romans im Still alter viktorianischer Schauerromane zum Lesen verleiten lassen. Leider kann ich den Lobeshymnen auf den Roman nicht beipflichten. Der Roman ist zu lang, als dass wirklich Spannung entstehen oder aufrecht erhalten werden könnte. Alle Erlebnisse erfährt Dr. Faraday aus zweiter Hand, man ist also nie direkt mitten drinnen, was dem Grusel ziemliche Grenzen setzt. Dazu kommen kaum sympathische Figuren und zu viel Belangloses zwischen den rar gesäten Spannungsmomenten.

Die Ayres stammen vom alten Landadel und leben inzwischen sehr zurück gezogen auf ihrem langsam zerfallenden Anwesen Hundreds Hall. Lediglich Mutter, Tochter, Sohn und eine Angestellte leben auf dem trostlosen Anwesen zusammen, dessen einstiger Glanz längst verblichen ist. Das allein würde tollen Stoff für einen Schauerroman bieten. Die Charaktere bleiben jedoch unterkühlt und farblos, sind einem oft sogar zuwider, daher ist es schwer mit ihnen mitzufühlen. Auch die Erzählperspektive aus der Sicht des Landarztes Dr. Faraday erschwert es richtig in die Atmosphäre einzutauchen. Er bekommt lediglich von den schaurigen Erlebnissen erzählt, ohne je selbst dabei gewesen zu sein. Da man deshalb schon zu Beginn absehen kann wie es ausgeht, fallen die Gruselmomente recht platt aus. Dr. Faraday selbst ist ebenfalls kein wirklicher Sympathieträger, hat jedoch ebenfalls eine Verbindung zu Hundreds und seinen Bewohner. Einst arbeitete seine Mutter als Angestellte auf dem Anwesen und er besuchte es in seiner Kindheit. Das Anwesen lässt ihn seither nicht mehr los, so ist es er, der immer wieder drängt und in eine gewünschte Richtung schubst, wenn es um das Schicksal des Anwesen geht und scheint sich sogar in die Tochter des Hauses, die viel jüngere Caroline Ayres zu verlieben.
Man zweifelt von Anfang an, an der Ehrlichkeit seiner Gefühle. Caroline indessen hat durchaus ihre Momente in denen man sie wirklich mag. Sie zieht sie Geschichte etwas vorwärts und hält einen am Lesen, den ihr Schicksal lässt einen nicht ganz kalt. Doch überzeugen kann auch diese zwischenmenschliche Episode nicht wirklich. Zu viel der Handlung beschreibt langweiligen Alltag, Gefühlsregungen von Dr. Faraday und banale Gedankengänge. Tatsächliche Spannungsmomente in denen etwas angedeutet wird oder wirklich etwas passiert, sind zu selten, das Lesen gestaltet sich dadurch sehr zäh. Auch das Potential durch Mrs. Ayres lang verstorbene erste Tochter wird nicht wirklich ausgeschöpft. Es bleibt bei Kritzeleien, Geräuschen ohne Ursache, Brandflecken, Schemen und Todesfällen, die Faraday schlicht als Wahnsinn und Selbstmord diagnostiziert, ohne eine andere Möglichkeit in Betracht zu ziehen.

Erst zum Schluss hin, als ein befreundeter Arzt die These aufstellt, die Ursache aller Vorkommnisse im Haus könnte eine Art unbewusste Abspaltung eines Traum-ichs sein, beginnt man sich langsam Gedanken zu machen und sieht die ganze Geschichte noch einmal in neuem Licht. Einzelne Elemente scheinen sich zu verschieben und ergeben eine neue aufregende Lösung für die Ereignisse. Bestätigt sieht man sich in dieser Möglichkeit zuletzt immer mehr, vor allem auch durch Faradays eigene Schilderungen, doch mehr möchte ich nicht verraten, macht euch lieber euer eigenes Bild davon. Das Ende mit all seinen Möglichkeiten und der Freiheit der Selbstinterpretation der Ereignisse war es dann auch, die das Buch trotzdem noch lesenswert gemacht hat.

Fazit: Kein viktorianischer Schauerroman, wenn auch durchaus einzelne Elemente davon erkennbar sind. Wer psychologisch angehauchte Romane mit einer Prise Grusel gerne liest, sollte hier zugreifen. Fans echter viktorianischer Gruselromane kommen nicht ganz auf ihre Kosten, da der eigentliche Grusel im zwischenmenschlichen Geplänkel untergeht.

Wertung:

Sonntag, 13. März 2016

Dieses Buch hätte mich beinahe in die Knie gezwungen ...

Bevor ich das Buch anfing, hatte ich bereits auf einigen Fantasyblogs gelesen, dass es die berüchtigsten ersten 200 Seiten der Buchgeschichte haben soll. Nun gebe ich auf sowas normalerweise nicht viel, doch in diesem Fall muss ich sagen: "Verdammt, die hatten sowas von recht."
Hätte ich von meinen Leidensgenossen nicht schon erfahren, dass sich das Durchhalten lohnt, ich hätte es sicher bereits nach den ersten 100 Seiten abgebrochen. Zum Glück habe ich durchgehalten, auch wenn es zu einer der längsten Leseflauten meiner Bloggeschichte geführt hat. Ganze 1 1/2 Monate habe ich für diese ersten verdammten 200 Seiten gebraucht, aber dann ging es endlich los. Die 200 Seiten zu Anfang waren langweiliges Gequatsche über einen noch langweiligeren Alltag mit einem Haupcharakter namens Simon, den ich anfangs so nervig und weinerlich fand, dass ich ihn am liebsten geohrfeigt hätte. Die beiden Söhne des verstorbenen Königs waren bestenfalls arrogant bis belanglos. Lediglich eine Figur, die des Dr. Morgenes war mir gleich vom ersten Satz an sympathisch. Das ganze wurde erschwert durch eine brutale Szene, die ich hier aber nicht spoilern will (hatte mit einem Hund zu tun), dank der das Buch einmal auch beinahe in hohem Bogen aus dem Fenster geflogen wäre, hätte mich die Hoffnung auf ein böses Ende für diesen widerlichen Pryrates nicht am Weiterlesen gehalten. Nun ... erraten um welches Buch es geht??

Der Drachenbeinthron von Tad Williams
ein Buch, das mit kurzem Anhang ganze 949 Seiten umfasst und darin enthalten, die längsten Einleitungskapitel der Fantasyliteratur. Doch hat man diese um die 200 Seiten durchgehalten, wird man belohnt mit einer Welt, deren Vorbild Mittelerde man hin und wieder durchschimmern merkt. Jedoch hat man nie das Gefühl eine geklaute Geschichte zu lesen oder nur eine gut gemachte Kopie des Originals. Von Anfang an birgt die Welt um Osten Ard ihren ganz eigenen Charm, bevölkert mit Sithi, Trollen, Riesen und jeder Menge anderer geheimnisvoller Völker, von denen man nicht nur einen ins Herz schließt.

Meine Lieblinge: Troll Binabik mit seiner Wölfin Qantaqa, später sogar der weinerliche Simon, der eine erstaunliche Entwicklung durchmacht, Sithiprinz Jiriki, Dr. Morgenes und Isgrimnur.

Nun ist der Drachenbeinthron lediglich der erste Band einer Trilogie namens "Das Geheimnis der Großen Schwerter", die im Deutschen jedoch in vier Bänden erschienen ist:
1. Der Drachenbeinthron
2. Der Abschiedsstein
3. gesplittet in "Die Nornenkönigin" und "Der Engelsturm"

Ich darf also gespannt sein, wie es weiter geht und hoffe, dass das Tempo nun anhält und ich nicht noch einmal eine 200-Seiten Durststrecke durchleiden muss.